Audi Roadster kostet stolze 365.000 Euro – Wanderer W 25 K geht auf Wanderschaft.

Da stand er nun, liebevoll umpflegt, der Staubwedel stand nicht still. Kein Staubkorn sollte die Offenbarung im Vorhof des Hotel Bay Resort in Monte Carlo trüben. Es ging um die Ausfahrt des Audi-Wanderers W 25 K. Im Rahmen der internationalen Präsentation des Audi A5/55 machte man das Audi-Museum im Hause auf und holte sein seltenes Schätzchen heraus. Schließlich feiern die Ingolstädter Autobauer das hundertjährige Jubiläum. Der fahrbereite Wanderer hat er es faustdick unter dem Blechkleid. Um 259 Roadster wurden damals gebaut. Wie viel fahrtüchtig noch übrig geblieben sind, ist nicht bekannt. Ganze 7.950 Reichsmark kostete damals der W 25 K – ein kleines Vermögen. Heute ist sein Marktwert um ein vielfaches gestiegen. Ganze 365.000 Euro muss man hinblättern um ihn zu erwerben. Ob Audis Traditions-Club dazu bereit ist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Im letzten Jahr spulte der Wanderer W 25 K die Mille Miglia mit seinem prominenten Piloten Thomas Gottschalk ab – es gab absolut keine Probleme. Das „Schätzchen“, wie der Showmann Gottschalk es nannte, lief wie am Schnürchen. Er gewann die Rallye Mille Miglia und war Klassenbester.


Als die Auto Union auf der Internationalen Automobilausstellung in Berlin im Frühjahr 1936 den Wanderer W 25 Roadster mit Kompressor vorstellte, war damit auch in der vierten Marke der Auto Union ein sportlicher Zweisitzer vertreten. Bereits im Jahr zuvor waren bei DKW, Audi und Horch Modelle mit wunderschön gezeichneten Roadsterkarosserien vorgestellt worden. Diese Sportroadster waren indes keine Verkaufsschlager und als solche auch nicht gedacht, vermochten jedoch das sportliche Image der Auto Union auch auf dem Sektor der Serienautomobile zu festigen. Kleinserien waren im damaligen Automobilbau noch eher die Regel, denn die Ausnahme. Der noch stark handwerklich orientierte Karosseriebau, getragen von vielen privaten Karosseriebaufirmen, die als Zulieferer oder „verlängerte Werkbank“ dienten, machte dies möglich. Allein die Marke Wanderer bot im Jahre 1936 bei drei Modellgrundtypen insgesamt 12 voneinander völlig unterschiedliche Karosserieausführungen an. Neben dem W 25 K als Roadster wurde das gleiche Modell auch als zweisitziges Cabriolet angeboten. Dieses unterschied sich vom Roadster durch größere Türen mit Kurbelscheiben sowie ein wetterfestes und einfacher zu handhabendes Klappverdeck. Der Sechszylindermotor stammte ursprünglich aus dem Wanderer W 17 bzw. W 22 Serienmodell und war 1932 von Ferdinand Porsche im Auftrag von Wanderer entwickelt worden. In der zivilen Serienausführung leistete der Motor 40 PS, mit Kompressoraufladung, Spezialzylinderkopf und Sportauspuff erreichte er mehr als die doppelte Leistung. Obwohl bei der Auto Union darüber nachgedacht wurde, den Wanderer W 25 K auch bei motorsportlichen Veranstaltungen einzusetzen - eine Teilnahme beim Eifelrennen auf dem Nürburgring 1936 war geplant - zeigte sich der Motor sportlicher Dauerbelastung nicht gewachsen. Sportliche Erfolge waren dem W 25 K somit nicht vergönnt. Dennoch fand er seine Liebhaber, die sich für seine Technik und für sein zeitloses Design begeistern konnten und auch heute noch können.


Daten: Roadster, Karosserie Bauer (Stuttgart) Baujahr 1937
Motor: 6 Zylinder in Reihe mit Kompressor
Hubraum: 1963 ccm
Leistung: 85 PS bei 4000 U/min
Kraftübertragung: Antrieb auf die Hinterräder
Getriebe: Viergang
Radstand: 2650 mm
Gesamtmaße: Länge: 4220
Breite: 1685 mm
Höhe: 1000 mm
Leergewicht: 1100 kg
Höchstgeschw.: 145 km/h
Verbrauch: 19 – 20 Liter /l00 km
Preis: 7.950 Reichsmark
Bauzeit: 1936 - 1938
Gesamtstückzahl: 259 (Roadster und Cabriolet)




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